Holzauktion

Chiemgau, Oberbayern

Ausgangsaufstellung:

Beliebig viele Paare auf der Tanzfläche. Normale Tanzhaltung, der Bursch mit der Front in Tanzrichtung. Keine Tanzbewegung während des Vorspiels.

Takt Schritte und Bewegungen
  1. Figur: Zwei Gehschritte in, zwei Wechselschritte quer zur Tanzrichtung.
1 Bursch und Dirndl machen zwei langsame Gehschritte in Tanzrichtung. Er beginnt mit dem linken Fuß vorwärts, sie mit dem rechten rückwärts.
2,3 Das Paar macht in Takt 2 einen Wechselschritt Richtung Kreismitte und in Takt 3 einen Wechselschritt nach kreisaußen. Er beginnt mit dem linken, sie mit dem rechten Fuß.
  2. Figur: Zweischrittdreher am Platz.
4 In normaler Tanzhaltung mit zwei Schritten eine ganze Umdrehungen im Uhrzeigersinn  am Platz um die Paarachse. Der Bursch muss darauf achten, dass er mit seinem Dirndl am Ende von Takt 4 wieder die Anfangshaltung erreicht hat; er mit der Front in Tanzrichtung.

Damit ist ein Durchgang beendet. Der Tanz setzt sich fort mit dauernder Wiederholung der Figuren 1 und 2.

Zu diesem Tanz gibt es einen Singtext:

Im Grunewald, im Grunewald ist Holzauktion, ist Holzauktion, ist Holzauktion,
Im Grunewald, im Grunewald ist Holzauktion.
Links um die Ecke rum, rechts um die Ecke rum, geradeaus ist dann die Holzauktion,
Links um die Ecke rum, rechts um die Ecke rum, geradeaus ist dann die Holzauktion.
Die ganze Fuhre Süßholz kost‘ ’nen Daler, ’nen Daler, ’nen Daler,
Die ganze Fuhre Süßholz kost‘ ’nen Daler.
Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen, ihr klein Häuschen, ihr klein Häuschen,
Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen, und die erste und die zweite Hypothek, wenn’s geht.
Unser Oma fährt im Hühnerstall Motorrad, Motorrad, Motorrad.
Unser Oma fährt im Hühnerstall Motorrad, ohne Hupe, ohne Bremse, ohne Licht.

© Walter Bucksch, Volkstanzkreis Freising, Juni 2011

Walter Bucksch bemerkt dazu:

Die Holzauktion gehört zu den ausgeschmückten Formen des Drehers. Dieser Tanz kommt aus dem Chiemgau in Oberbayern. Er ist in den Tanzfiguren mit der Bayerischen Form der Marschierpolka identisch bis auf die Tatsache, dass bei der Holzauktion das Paar in gewöhnlicher Rundtanzfassung auf der Kreisbahn in Tanzrichtung, er vorwärts, sie rückwärts, geht, während bei der Marschierpolka beide in etwas geöffneter, normaler Tanzhaltung vorwärts gehen. Georg Kaufmann hat die Holzauktion in seiner Sammlung „Chiemgauer Tänze“, Verlag Musikhaus Fackler, Traunstein, Oberbayern, 1966, niedergeschrieben. Nach seiner Darstellung ist der Singtext „Im Grunewald ist Holzauktion…“ in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden, der Tanz selber jedoch schon vorher.

Noten findet ihr hier:

Dancilla / Wiki

Und eine Variante aus dem Elsass hier: 

D‘ Wechsberscht